Tobias Moretti Foto: Christian Hartmann

Neues Festspielprogramm

Die Salzburger Festspiele haben ihr neues Festspielprogramm für 2020 vorgestellt. In seinen drei künstlerischen Bereichen Oper, Schauspiel und Konzert wird das weltweit führende Festival für klassische Musik und Darstellende Kunst an 30 Tagen 90 Aufführungen an 6 Spielstätten zelebrieren. Das ist immerhin etwa 50% des ursprünglich geplanten Umfangs vor Corona. Somit bleibt den Salzburger Festspielen das Schicksal der Bregenzer Festspiele erspart. Diese wurden abgesagt. Im 100. Jahr des Bestehens der Salzburger Festspiele wäre das für Salzburg sonst auch ein sehr trauriges Jubiläumsjahr geworden.

90 Aufführungen Oper, Theater und Konzert

Die Mozart-Oper Così fan tutte wird in einer Neuinszenierung von Christoph Loy vom 2. bis 18. August zu sehen sein. Unter der musikalischen Leitung von Joana Mallwitz werden die Wiener Philharmoniker und die Konzertvereinigung Wiener Staatsopernchor das Liebesdrama in zwei Akten von Wolfgang Amadeus Mozart sechs Mal auf die Bühne des Großen Festspielhauses bringen.

In der Felsenreitschule wird „Elektra“ von Richard Strauss ihren Racheplänen nachgehen – ebenfalls sechs Mal. Die musikalische Leitung der Oper hat Krzysztof Warlikowski mit den Wiener Philharmonikern. Das Libretto ist von Hugo von Hofmannsthal, einem Mitbegründer der Salzburger Festspiele vor hundert Jahren und beruht auf der gleichnamigen Tragödie von Sophokles.

Die Aufführung des „Jedermann“ ist seit 1920 zentraler Bestandteil der Salzburger Festspiele. Dieses Jahr wird das Stück von Hugo von Hofmannsthal 14 mal auf dem Domplatz zur Aufführung kommen. Der Jedermann ist eine allegorische Umsetzung des Themas „Der Mensch und der Tod“. Jedermann’s Thema, ob arm oder reich. So trifft dies bei Hofmannsthal den reichen Kaufmann, dieses Jahr gespielt von Tobias Moretti. In der Rolle der Buhlschaft Caroline Peters.

Peter Handke ist Österreicher und einer der bekanntesten zeitgenössischen Autoren im deutschsprachigen Raum. Handke lebte etliche Jahre in Salzburg  und ist auch bei den Salzburger Festspielen viel gespielter Gast. Diesen Sommer kommt sein neues Stück Zdeněk Adamec zur Uraufführung, das sich mit dem 18-jährigen Zdeněk Adamec auseinandersetzt. Im März 2003 verbrannte sich Zdeněk Adamec aus Protest gegen den Zustand der Welt vor den Augen der Öffentlichkeit auf dem Wenzelsplatz in Prag. Friederike Heller führt Regie an acht Abenden im Salzburger Landestheater.

38 konzertante Aufführungen wird es in diesem Jahr in 9 Kategorien geben. Darunter die Wiener Philharmoniker mit Gustav Mahler’s Symphonie Nr. 6 in a-moll. Oder die Berliner Philharmoniker am 29. August in der Kategorie Gastorchester mit Werken von Arnold Schönberg und Johannes Brahms und am 30. August mit Werken von Ludwig van Beethoven und Felix Mendelssohn. Ausführliche Programmbeschreibungen der Salzburger Festspiele für diesen Sommer finden sich hier.

Auch für die Landesausstellung „Großes Welttheater – 100 Jahre Salzburger Festspiele“ steht der Termin jetzt fest. Vom 25. Juli 2020 bis 31. Oktober 2021 wird diese Ausstellung ein gutes Stück 100 Jahre Kulturgeschichte dokumentieren. Dazu schreiben die Veranstalter: „Die Landesausstellung zum 100-Jahr-Jubiläum der Salzburger Festspiele ist als „Bühnenstück“ im Museum angelegt. Für ein halbes Jahr wird die Neue Residenz zum Ort der Begegnung mit der vielschichtigen Geschichte der Salzburger Festspiele und ihren Künstlerinnen und Künstlern: Wir erwecken unser Archiv zum Leben, präsentieren Ihnen künstlerische Interventionen, inszenierte Erzählungen, Filmvorführungen und vieles mehr – und laden Sie herzlich ein auf die Festspiel-Bühne im Salzburg Museum.“

Diese Ausstellung lohnt sicherlich, auch wenn man nach den Festspielen nach Salzburg reist. Zum Beispiel zu einem der drei Szene-Events im Herbst. Beim CSD (4.-6. Spetmber), beim Pride Boat auf dem Wolfgangsee (18.-20. September) oder bei der Langen Nacht der Vielfalt lassen sich entgangene Pride-Feiern in diesem Jahr wunderbar nachholen.

Salzburger Festspiele 1.-30. August 2020

Veröffentlicht 12. Juni 2020
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