Jedermann 2020 Foto: SF/Matthias Horn

Salzburger Festspiele – ein Friedensprojekt lebt

76.500 Besucher aus 39 Nationen, 12 Opern-Vorstellungen, 29 im Bereich Schauspiel, 53 Konzerte und 16 weitere Veranstaltungen sind das Ergebnis in Zahlen der diesjährigen wegen der Corona-Pandemie reduzierten Salzburger Festspiele, die vergangenen Sonntag (30.08.) zu Ende gingen.

„Wir haben in diesem besonderen Festspieljahr bei den Festspielen alle gemeinsam etwas geschaffen, womit vor wenigen Wochen wohl kaum jemand rechnen konnte: dass mit einem sehr durchdachten, klugen, trotzdem niemand überfordernden Sicherheitskonzept Musik, Theater, Konzerte, Oper – all diese wunderbaren Dinge wieder möglich sein können“ bilanziert Festspiel-Intendant Markus Hinterhäuser im Abschlussbericht der Salzburger Festspiele vom 1.09..

Kraftakt sondergleichen

Was sich so einfach anhört war in Wirklichkeit ein Kraftakt sondergleichen. Von jetzt auf gleich ein alternatives Festspielprogramm zu entwerfen, ist in diesen Dimensionen aller Ehren wert. Allein die Refundierung der bereits vor Corona gekauften Karten, die Neuvergabe der personalisierten Tickets in wesentlich kleinerem Rahmen und ein Sicherheitskonzept, das den Umständen der Pandemie Genüge tut – all das schien vor einigen Wochen noch fast unmöglich.

Bei den Festspielen galt generelle Maskenpflicht außer am Sitzplatz. Das Verhalten der Besucher wird im Abschlussbericht der Salzburger Festspiele als sehr diszipliniert gelobt. Wohl vor allem wegen des Maskentragens wurde „von den über 70.000 Besuchern bisher kein positiver Fall von den Behörden gemeldet“ so die Salzburger Festspiele voller Genugtuung.

„Festspiele zu veranstalten, die künstlerisch sinnvoll und wirtschaftlich vertretbar sind, ohne die Gesundheit des Publikums, der Künstler und der Mitarbeiter zu gefährden, das war die Maxime des Direktoriums bei seiner Entscheidung für modifizierte Jubiläumsfestspiele.“ so die Salzburger Festspiele auf ihrer website. Zusammen mit der Abschlusserklärung wurde ein Memorandum veröffentlicht, in dem 10 Leitlinien publiziert wurden, denen sich die Salzburger Festspiele verpflichtet fühlen – heute und in Zukunft. 

Toleranz und Humanität

Die Salzburger Festspiele bekennen sich in diesen Leitlinien u.a. „ausdrücklich zu ihrer zentralen künstlerischen und politischen Funktion: ein Friedensprojekt zu sein, das im Geiste der Toleranz und Humanität unterschiedliche Sichtweisen, Interpretationen und Zugänge zulässt und fördert und niemanden von der Festspielidee ausschließt.“ Das war schon die Intention der Gründerväter der Salzburger Festspiele Max Reinhardt, Hugo von Hofmannsthal und Richard Strauss, zwei Jahre nach Ende des 1. Weltkriegs. Die Salzburger Festspiele – ein Friedensprojekt lebt. Auch im 100. Jahr ihres Bestehens.

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