Das war der CSD Salzburg 2020

Der CSD in Salzburg hat als eine der ganz wenigen Pride-Veranstaltungen in diesem Jahr gestern stattgefunden. Ein Erfolg für die Sichtbarkeit des Regenbogens in Salzburg.

Restaurierung der Regenbogenbank und Rainbowmarket in der HOSI

Zum diesjährigen CSD Salzburg waren ca. 15 Schärpenträger der europäischen Leder- und Fetischszene angereist, um ihrem Auftrag gerecht zu werden, für Toleranz zu werben und gegen Homophobie einzutreten. Die HOSI Salzburg hatte am 08.08. mit Unterstützung von Stadträtinnen der Stadt Salzburg eine Parkbank auf dem Rosenhügel des Mirabellgartens als Mahnmal für Toleranz und gegen Homophobie in den Farben des Regenbogens eingefärbt. Kurze Zeit später war diese Bank teilweise bereits Opfer von Vandalismus geworden. Die angereisten Mr. und Mrs. Leather und Fetish brachten die Bank dann am Freitag Nachmittag bei schönstem Sonnenschein wieder in den Originalzustand – mit Pinsel und Farbe.

Anschließend öffnete die HOSI den Rainbowmarket im HOSI-Zentrum an der Gabelsbergstraße. Hier konnte man sich mit Regenbogenaccessoires für die Parade am Samstag eindecken. Und später beim Draqueenbingo mit Gigi LaPajette mitspielen.

Vom Hauptbahnhof zur Arbeiterkammer

Ab 16 Uhr am Samstag versammelte sich bei strahlendem Sonnenschein und Temperaturen um 28 Grad vor dem Hauptbahnhof eine immer größer werdende Menge zum Paradenstart um 17 Uhr. HOSI-Chef Josef Lindner begrüßte die TeilnehmerInnen und rückte den 40. Geburtstag der HOSI Salzburg als eigentlich älteste Institution ihrer Art in Österreich in den Mittelpunkt. Seit 40 Jahren setzt sich die HOSI Salzburg beharrlich und erfolgreich für Toleranz gegenüber von der heterosexuellen Norm abweichenden Lebensentwürfen und gegen jede Art von Homophobie in der Stadt Salzburg ein. Relativ pünktlich setzte sich die Parade in Bewegung und es wurde deutlich, dass Salzburg noch nie eine so große Parade der LGBTI-Szene zu sehen bekommen würde. An der Arbeiterkammer gab es den ersten Zwischenstopp mit Kurzbeiträgen von Politikern.

Am Mirabellplatz

Vor dem Schloss Mirabell waren Regenbogenfahnen geflaggt und hier kamen zwei weitere Politikerinnen zu Wort, um ihre Solidarität mit den Anliegen der Demonstration auszudrücken. Vom Balkon des Schlosses Mirabell wurde deutlich, wie viele TeilnehmerInnen die Parade bereits hier hatte.

Auf der Staatsbrücke

Die Staatsbrücke ist der zentralste Verkehrsknotenpunkt der Stadt Salzburg. Hier wechseln zahlreiche O-Buslinien die Salzachseite, hier ist der wichtigste Eingang in die historische Altstadt. Und hier hatte die Stadt Salzburg Regenbogenfahnen gehisst. Die Parade mischte sich mit Salzburgern, Touristen und steckengebliebenen Autofahrern und wurde dem CSD-Motto „Let’s get Loud“ voll gerecht. Hier war die Sichtbarkeit des Regenbogens bereits mehr als deutlich.

Zum Alten Markt

Von der Staatsbrücke erstreckte sich der Zug über die gesamte Länge zum Mozartsteg und bog dann zum Mozartplatz und Residenzplatz ein. Plötzlich gaben die Festung Hohensalzburg, der Salzburger Dom und die Residenz die Kulisse für den Regenbogen ab, wie man sie noch nie gesehen hat. Am Alten Markt angekommen verdunkelte sich der Himmel aber Petrus hatte ein Einsehen und so konnte auch die Abschlusskundgebung am Floriani-Brunnen noch halbwegs trocken Über die Bühne gehen. Mit der katholischen Liturgie entlehnten Fürbitten wurden die einzelnen politischen Forderungen wie ein Verbot der Konversionsthearpie in Österreich vorgetragen. Die Vertreter der Leder- und Fetischszene kamen noch zu ihren Grußworten bevor der Regen die Veranstaltung dann beendete.

Let’s get Loud!

Diesem Motto ist der CSD Salzburg in diesem Jahr absolut gerecht geworden. Mit ca. 800-1000 TeilnehmerInnen war er der größte CSD, den Salzburg jemals gesehen hat. Die Polizei sprach von 1200 TeilnehmerInnen, was ab der Staatsbrücke auch zutreffen könnte. Und auch wenn einige Programmpunkte ausfallen mussten, so war der CSD in Salzburg dieses Jahr ein lautes und sichtbares Zeichen für Toleranz und gegen Homophobie in der Stadt Salzburg.

Lange Nacht der Vielfalt

Am 17. Oktober kommt es zum nächsten großen LGBTI-Event in Salzburg, wenn Gigi LaPajette zur Langen Nacht der Vielfalt lädt. Programm in vier Szeneläden – die ganze Nacht!
Update: Die Lange Nacht der Vielfalt wurde heute (15.09.) abgesagt.

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