Rettung des Kultursommers

Es mutet an wie ein Wettlauf mit dem Virus zur Rettung des Kultursommers: Prüfen, inwieweit Lockerungen möglich scheinen, für Österreich und gerade Salzburg vom Kultursommer so viel zu retten, wie möglich. In einer Pressekonferenz heute (25.05.) haben Österreichs Gesundheitsminister Rudolf Anschober und Kulturstaatssekretärin Andrea Meyer (beide Grüne) skizziert, wie die nächsten Wochen aussehen können.

Ab kommenden Freitag (29.05.) öffnen die ersten Hotels wieder ihre Zimmer für Gäste, zunächst wohl hauptsächlich für Österreicher, da die Grenzen ja noch bis Mitte Juni definitiv kontrolliert werden, wenn auch nur stichprobenartig. Touristischer Verkehr ist noch nicht erlaubt.

Outdoor geht besser

Bei der Planung für Kulturveranstaltungen muss unterschieden werden zwischen In- und Outdoor. Für Indoorveranstaltungen gelten bis auf weiteres folgende Regeln: Ab kommenden Freitag (29.05.) können bis zu 100 Personen in geschlossenen Räumen zusammen kommen, bestuhlt! Ab 1. Juli kann diese Zahl auf 250 erhöht werden, ab 1. August 500 bzw. 1000 mit einer Sondergenehmigung. Für Outddorveranstaltungen gelten andere Zahlen (ab 1. Juli 500, ab 1. August 750 Personen) – im Freien bei frischer Luftzirkulation hat es das Virus deutlich schwerer, sich zu verbreiten.

Dabei gilt: Die Abstandsregel von einem Meter ist einzuhalten und Indoor ein Mund-Nasen-Schutz zu tragen, wenn dieser Mindestabstand nicht eingehalten werden kann. Das könne beispielsweise in Theatern mit engen Sitzreihen der Fall sein, dann müsse halt jeder zweite Sitzplatz freigehalten, aber eine Maske getragen werden. Kulturstaatssekretärin Andrea Mayer meint, Veranstaltungen mit Maske seien besser als leere oder halbleere Säle. Auf der Bühne müsse kein Mindestabstand eingehalten werden.

Vor diesem Hintergrund hat sich heute auch das Kuratorium der Salzburger Festspiele getroffen. Präsidentin Rabl-Stadler gab bekannt „Es ist wahr, es werden Salzburger Festspiele stattfinden“. Die vorläufigen Rahmendaten: Vom 1.-30. August, also an 30 Tagen werden 90 Vorstellungen an höchstens 6 Spielstätten über die Bühne gehen.

Geplant waren 200 Veranstaltungen in 44 Tagen an 16 Spielstätten. Das ist eine Reduzierung des Angebots um ca. 50%. Wenn alles gutgeht, wäre das mehr, als vor vier Wochen noch zu erhoffen gewesen war und die Strategie der Festspiele hätte sich als richtig erwiesen, die diesjährigen Festspiele nicht zu früh abzusagen. Im 100. Jahr ihres Bestehens wäre das ein echter Schlag ins Kontor gewesen. Alle Produktionen des Jubiläumsprogramms, die 2020 nicht zur Aufführung kommen, sollen 2021 gezeigt werden. Die Ausstellung „Großes Welttheater – 100 Jahre Salzburger Festspiele“ wird stattfinden und verlängert.

So gesehen sind wir also voller Freude und hoffen inständig, dass sich vom Salzburger Kultursommer möglichst viel retten lässt. Stay tuned – hier bei gaysalzburg.at.

Salzburger Festspiele

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