Foto: HOSI Salzburg

Sichtbarkeit des Regenbogens

Am kommenden Wochenende (4.-6.09.) feiert Salzburg den Christopher-Street-Day.

Jahrhunderte lang wurden homosexuelle Menschen diskriminiert, verfolgt, ermordet – dafür, dass sie so waren, wie sie waren. Es ist noch nicht so lange her, dass gleichgeschlechtliche Liebe kriminalisiert wurde – auch in Österreich. Und auch heute noch ist viel Angst und Unsicherheit in den Köpfen der Menschen, wenn sie mit von der heterosexuellen Norm abweichenden Lebensentwürfen in Berührung kommen. Beispiele für Vandalismus und homophobe tätliche Übergriffe – das Ergebnis dieser Geisteshaltung – finden sich in Österreich in letzter Zeit zahlreich. Sei es in Graz, Klagenfurt und eben auch in Salzburg.

Die neulich mit Unterstützung von Stadträtinnen der Stadt Salzburg aufgestellte Regenbogenbank auf dem Rosenhügel im Mirabellpark wurde kurze Zeit später bereits Opfer von Vandalismus.

Um so wichtiger ist die Sichtbarkeit des Regenbogens als Synonym für die Vielfalt geschlechtlicher Identität. So wird am kommenden Wochenende (5.09.) die Parade des CSD Salzburg aufmerksam machen auf gesellschaftliche Missstände in der Akzeptanz, von der Norm abweichender sexueller Lebensweisen.

Ermutigende Zeichen

Aber es gibt auch ermutigende Zeichen. So zum Beispiel ein Schild am Eingang zur Rooftop Bar des arte Hotels Salzburg im 14. Stock (s. folgendes Bild). Und natürlich die Unterstützung von Stadt- und Gemeinderäten der Stadt Salzburg für den CSD.

Das besondere an der diesjährigen CSD-Parade: sie endet am Alten Markt, wo die Schlusskundgebung stattfinden wird. Nach langen Jahren, in denen die CSD-Parade stets an der ARGEkultur im Nonntal quasi unter Ausschluss der Öffentlichkeit endete, werden in diesem Jahr Residenz, Dom und Blick hinauf zur Festung Hohensalzburg die Kulisse für die Präsenz des Regenbogens über Salzburg sein. Ein schönes Zeichen!

Alter Markt in Salzburg, ehemals der Ludwig-Viktor-Platz. Foto: Tourismus Salzburg

Eine weitere Besonderheit: Der Alte Markt hieß von 1866-1927 Ludwig-Viktor-Platz, benannt nach dem jüngsten Bruder des Habsburg Kaisers Franz-Josef I. Ludwig Viktor wurde 1864 wegen seiner Homosexualität und seines unschicklichen Benehmens am Hof in Wien nach Salzburg verbannt. 2020 findet auf diesem Platz die Abschlusskundgebung des diesjährigen CSD statt. Auch ein schönes Zeichen!

Wer Regenbogenaccesoires (z.B. eine Regenbogen-Maske) erstehen will, hat die Gelegenheit dazu beim Rainbow-Market der HOSI Salzburg am Freitag ab 18 Uhr vor der HOSI in der Gabelsbergstraße 26 und am Samstag von 16 bis 17 Uhr vor Paradenbeginn am Hauptbahnhof. Die Erlöse kommen der HOSI Salzburg zugute, die in diesem Corona-geplagten Jahr erhebliche finanzielle Einbußen zu verzeichnen hat.

Wir sehen uns am Wochenende zum CSD in Salzburg!

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