Fridas Welt am Salzburger Landestheater

Fridas Welt

Frida Kahlo (1907-1964) ist eine Ikone der lateinamerikanischen Malerei und spielte auch in der Darstellung von LGBT-Lebensentwürfen in der Kunst eine Rolle. Ab 19. Oktober kommt „Fridas Welt“ als Ballett auf die Bühne des Salzburger Landestheaters. 

Kahlos bewegtes Leben interessiert die Men­schen so sehr wie ihre vielen auto­biographischen Bilder. „Ich male mich, weil ich sehr viel Zeit allein verbringe und weil ich das Motiv bin, das ich am bes­ten kenne.“

Innere Zerrissenheit und körperliche Versehrtheit

Körperlich durch Krankheiten in ihrer Kindheit und einen schweren Verkehrs­unfall als 18-Jährige häufig ans Bett gefesselt, malte sie oft sich selbst. So entstanden im Laufe ihres Lebens 55 Selbstporträts, die ihre innere Zerrissenheit und körperliche Versehrtheit spiegeln. Sie  trotzte dem Leben mehr Intensität ab, als bei ihrer Krankheits­geschichte vorstellbar ist.

Sie war als Marxistin eine wichtige Stimme im politischen Mexiko. Und sie hatte ein bewegtes Liebes­leben. Affären mit Män­nern als auch mit Frauen während sie mit ihrem Mann verheiratet war. Ihr berühmtes Gemälde „Zwei Akte im Wald“ (s.u.) zeigt Kah­los Liebe und Anzie­hung zu Frauen und war Meilenstein in der Dar­stel­lung von LGBTQ+ in der Kunst.

Ballettchef Reginaldo Oliveira nähert sich der Künstle­rin und dem  Menschen an und lässt sich in seiner Bewegungssprache von der emotionalen Kraft sowie der ausgeprägten Farbigkeit der Bilder Frida Kahlos inspirieren. Oliveira, selbst Brasilianer, hat bereits 2018 mit seiner Choreographie „Balacobaco“ eine Hommage an das brasilianische Lebensgefühl auf die Bühne des Salzburger Landestheaters gebracht. Nun entführt er erneut auf den lateinamerikanischen Kontinent, unterstützt von dem Bühnenbildner Matthias Kronfuss. Gemeinsam haben sie zuletzt das Salzburger Publikum mit ihrer Interpretation von „Dornröschen“ verzaubert.

Frida Kahlo erhielt erst am Ende ihres Lebens die Aufmerksamkeit einer Einzelausstellung in ihrem Heimatland Mexiko. Im Zuge der Frauenbewegung der 1970er Jahre setzte ein bis heute ungebrochenes internationales Interesse an ihren Arbei­ten und ihrer besonderen Persönlichkeit ein. Ab 19. Oktober auch als Ballett am Salz­bur­ger Lan­des­theater.

Salzburger Landestheater 19.10.2024 (Premiere) bis 5.06.2025

Veröffentlicht 11. Mai 2024Aktualisiert 30. Juni 2024
Kommentare

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert

Antworten bitte als neuen Kommentar

Werbung

Hyperion im Andräviertel

Auch interessant!

Das wird das Pridefestival Salzburg 2024

„Be visible Schatzi“ wird auch in diesem Jahr das Motto des Pridefestivals Salzburg. „Es geht um die Sichtbarkeit der Community in der Stadt – aber auch darum dass die Partnerinnen und Partner aus Institutionen der Stadt sich mit uns zeigen“ so Conny Felice im Interview mit gaysalzburg.at in 2023. Vom 30.08. bis 8.09. feiert die Salzburger queere Community nun das dritte Pridefestival in Folge und erfüllt damit erneut den Anspruch dieses Mottos. [Weiterlesen]

Confessing Weakness

Die internationale Sommerakademie für bildende Kunst Salzburg wurde 1953 von Oskar Kokoschka gegründet. Seit dem versammelt sie jedes Jahr im Sommer Kunstschaffende aus aller Welt zu Workshops. Dabei sind auch immer wieder queere Themen. Der Künstler Philipp Gufler zeigt seine Auseinandersetzung mit queerer Geschichte und Rollenzuschreibungen in der Galerie im Traklhaus. Zeitgleich mit der Finissage beginnt dann auch das Pridefestival Salzburg 2024. [Weiterlesen]

QueKuWas? QueKuSa!

Seit ungefähr zweieinhalb Jahren begeistert die Magic Garage mit ihrer Dragshow das Publikum in Salzburg. Um dem wachsenden Erfolg gerecht werden zu können wurde jetzt der Verein QueKuSa gegründet. Einerseits der rechtliche Rahmen für die Magic Garage und andererseits Basis für viele weitere Aktivitäten für queere Kultur in Salzburg. [Weiterlesen]